Über mich
Ich weiß, wie es ist, wenn die Tage und dein Leben an dir vorüber verfliegen. Wenn der Tag voll war und trotzdem das Gefühl bleibt, nicht wirklich da gewesen zu sein. Ich kenne dieses innere Ziehen, dieses leise Wissen, dass etwas fehlt, obwohl eigentlich alles da ist.
Ich bin diesen Weg nicht gegangen, weil er leicht war. Ich war ehrgeizig. Zielstrebig. Verlässlich. Ich habe studiert, gearbeitet, geleistet. Ich habe funktioniert und meine Grenzen lange nicht wahrgenommen. Kopfschmerzen, Erschöpfung, innere Unruhe waren irgendwann ständige Begleiter. Nicht, weil ich nichts konnte. Weil ich mich selbst nicht mehr gespürt habe.
Damals wusste ich nicht, dass das Ignorieren der eigenen Signale irgendwann seinen Preis hat.
Muttersein hat nichts beschönigt, aber alles sichtbar gemacht. Ich wurde Mama und plötzlich war da noch mehr Verantwortung. Mehr Liebe. Mehr Anspruch. Mehr Druck. Ich wollte allem gerecht werden und habe mich dabei selbst verloren. Meine Bedürfnisse hatten keinen Platz. Pausen fühlten sich falsch an. Um Hilfe zu bitten wie Schwäche. Ich war erfolgreich und innerlich weit weg von mir.
Verändert hat sich nicht mein Leben. Verändert hat sich meine Haltung. Ich habe mir Zeit genommen. Ich habe gelernt, wieder hinzuhören. Nicht nur auf Gedanken, sondern auf den Körper. Auf den Atem. Auf das, was sich zeigt, wenn man nicht mehr drängt. Ich habe erfahren, wie viel Klarheit entsteht, wenn Kopf, Herz und Körper wieder miteinander in Kontakt kommen. Ich hab erkannt, dass die Beziehung zu mir selbst die Wichtigste ist. Seit ich aufgehört habe, mich an Vorstellungen anzupassen, die nicht meine waren, fühlt sich mein Leben freier an. Ich stehe mir selbst nicht mehr im Weg.